102 Sekunden – Schnell mal lesen

 

Lesen hat für viele etwas mit Zeit zu tun.

Und die gibt es anscheinend für Worte nicht mehr so oft.
Da war das damals als Kind schon praktisch mit dem Vorlesen. Und da dachte ich mir: Das mache ich wieder. Nur auf eine andere Art. Ich lese Euch nicht mit meiner Stimme vor, sondern eben die Bücher. Und ihr könnt nachlesen. Das spart Zeit, ihr bekommt einen Einblick und könnt entscheiden, ob ihr das Buch dann vielleicht nicht doch komplett lesen wollt.

Also einfach den Clip anschauen und 50 Seiten innerhalb von 102 Sekunden lesen!

Und schreibt mir doch, welche Stelle Euch am besten gefällt!

Durch Anklicken des Clips beginnt dieser wieder von vorne und ihr könnt ihn Euch großflächig ansehen.

 

Und falls das einigen zu schnell gehen sollte oder ihr nochmal etwas nachlesen möchtet, gibt es hier auch den kompletten Text:

Dieses Mal geht es um „Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen“ von Georg Christoph Lichtenberg.

Lichtenberg war Professor für Experimentalphysik zur Zeit der Aufklärung.
Und Begründer des Aphorismus (einzelner Gedanke, Lebensweisheit).
Seine Notizen hielt er in „Sudelbüchern“ fest. 8050 Notizen sind überliefert.

Und nun einige Sudeleien aus dem Buch:

Ein gewisser Freund den ich kannte pflegte seinen Leib in drei Etagen zu teilen, den Kopf, die Brust und den Unterleib, und er wünschte öfters, dass sich die Hausleute der obersten und der untersten Etage besser vertragen könnten. S.18

– Er kann sich einen ganzen Tag in einer warmen Vorstellung sonnen. S.18

– Ich kann es wohl begreifen aber nicht anfassen und umgekehrt. S.19

– Die Menschen können nicht sagen, wie sich eine Sache zugetragen sondern nur wie sie meinen, dass sie sich zugetragen hätte. S.20

– Ich glaube kaum, dass es möglich sein wird zu erweisen, dass wir das Werk eines höchsten Wesens, und nicht vielmehr der Zeitvertreib von einem sehr unvollkommenen sind zusammengesetzt worden. S.21

– Der Mann hatte so viel Verstand, dass er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war. S.22

– So wie man den Heiligen eine Nulle über den Kopf malt. S.26

– Vorstellungen sind auch ein Leben und eine Welt. S.29

– Neue Blicke durch die alten Löcher. S.30

–Der Trieb unser Geschlecht fortzupflanzen hat noch eine Menge anderes Zeug fortgepflanzt. S.31

– So wie es vielsilbige Wörter gibt, die sehr wenig sagen, so gibt es auch einsilbige von unendlicher Bedeutung. S.36

– Wie sind wohl die Menschen zu dem Begriff von Freiheit gelangt? Es ist ein großer Gedanke gewesen. S.38

– Wenn ich doch Kanäle in meinem Kopf ziehen könnte, um den inländischen Handel zwischen meine Gedanken-Vorrate zu befördern! Aber da liegen sie zu Hunderten, ohne einander zu nützen. S.44

– Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll. S.46

– Die schönen Weiber werden heut zu Tage mit unter die Talente ihrer Männer gerechnet. S.48

– Ich habe mir die Zeitungen vom vorigen Jahre binden lassen, es ist unbeschreiblich, was für eine Lektüre dieses ist: 50 Teile falsche Hoffnung, 47 Teile falsche Prophezeiung und 3 Teile Wahrheit. Diese Lektüre hat bei mir die Zeitungen von diesem Jahre sehr herabgesetzt, denn ich denke: was diese sind, das waren jene auch. S.48

 

Fortsetzung folgt…

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