Ich hätte gerne ein…

 

…Stück Teig.

Das wäre  manchmal wohl der einfachste Weg, um an sein Sonntagsfrühstück zu kommen. Denn bei all den verschiedenen Brötchensorten, Namenskreationen und vertauschten Kärtchen, verliert man vor der Theke ziemlich schnell den Überblick. Beziehungsweise hat man den um 8.00 Uhr morgens mit halb geschlossenen Augen sowieso noch nicht.
Man zeigt also auf seinen Wunsch, nuschelt das viel zu Kleingetippte auf dem Namenskärtchen vor und bekommt, anstatt einer Bäckertüte, erstmal tadelnde Blicke und eine Standpauke.
Denn erstens würden  „Brötchen“ „Semmeln“ heißen, und zweitens handele es sich hier um keine normalen Semmeln sondern um die hauseigenen „Goldstücke“. So schwer sei das doch nun wirklich nicht.

Es gibt auf jeden Fall diffizilere Themen als die Brötchenbezeichnung in Deutschland. Keine Frage. Aber ganz so leicht ist es eben doch nicht.

 

Es gibt nämlich insgesamt 9 verschiedene Bezeichnungen für unser geliebtes Sonntagsritual:

In der Nähe von Berlin sagt man Schrippe. Ursprünglich kommt es von dem Verb schripfen=aufreißen und wird auf die aufgerissene Rinde zurückgeführt.

Im Norden wird der Begriff Rundstück langsam von Brötchen abgelöst– aber es gibt ihn noch.

Im Westen verkauft der Bäcker Weck(en). Dieses Wort kommt vom althochdeutschen weggi=Keil und bezeichnete früher ein keilförmiges Gebäck. Weitere Abwandlungen sind Weckle und Weggli.

Im Ostfränkischen stehen Wecklein,Laiblein und Kipflein in Konkurrenz. Letzteres kommt vom lateinischen cippus=Pfahl und steht für die Brotform.

Südlich gibt´s die Semmeln, was von semala simila= feinstes Weizenmehl abgeleitet wurde.

Und zu guter Letzt gibt es auch noch Laabla.

 

Was auf jeden Fall beim Bäcker immer funktioniert, nie zu eigenartigen oder verständnislosen Blicken führt, ist:

 

Ein nettes Lächeln, ein Fingerzeig und „Das da“.

 

Quelle: „dvd-Atlas Deutsche Sprache“ Stephan Elsaß/Robert Möller

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